Dortmunder Theatersammlung
Spielstätten
Renate Specht
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Hauptfoyer im Dülfer'schen Haus
Die Zauberflöte zur Eröffnung des Theaters in der Lindemannstrasse
Das Kleine Haus im Aufbau
Der Zuschauerraum des Großen Hauses
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René Gagnaux

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René Gagnaux
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Harry SCHULTZ / Dortmunder Theatersammlung:
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DORTMUNDER THEATERSAMMLUNG   Renate-Specht-Archiv
Arbeitsschwerpunkt: Das städtische Musiktheater ab 1904/05
 
Harry Schultz, D 44141 Dortmund, Gesslerstrasse 20
Besuche nur nach Terminabsprache möglich
Schriftlichen Anfragen bitte Rückporto beilegen


Die Nachwelt flicht dem Mimen keine Kränze . . . So sollte es wenigstens die Umwelt tun, solange sie uns noch gegenwärtig sind, die dazu beigetragen haben, in den Bezirken der Kunst das Leben aufzuhellen.“ Dieses Zitat von Dr. Peter Andreas, dem früheren Oberspielleiter der Dortmunder Oper, steht als Motto über der Arbeit der Dortmunder Theatersammlung. Die über 100-jährige Geschichte des städtischen Musiktheaters wird nicht im streng theaterwissenschaftlichen Sinne aufgearbeitet; in erster Linie soll das Wirken des künstlerischen Personals gewürdigt werden.
Die Sammlung ist benannt nach der Sopranistin Renate Specht-Lengstorf (1903-1982), die von 1935 bis 1943 als 1. Zwischenfachsängerin an der Dortmunder Oper wirkte. Ihr umfangreicher Theaternachlass bildete den Grundstock der Sammlung.
In der 1983 gegründeten, privat und ideell getragenen Sammlung sind archiviert: Programm­hefte, Besetzungszettel, Spielzeithefte, Spielpläne, Kritiken, Bühnen­bild­ent­würfe, Szenen- und Künstlerfotos, Biographien ehemaliger Ensemblemitglieder, Ton­doku­mente ehemaliger Ensemble­mit­glieder (Tonbänder, Schallplatten, MCs, CDs).
Spezialsammlungen und Teilnachlässe zum Wirken der Sopranistinnen Juliana Doederlein, Ruth Görshop, Hedi Klein, Tilly Lüssen, Käthe Maas-Belker, Marta de Marco, Ursula Richter, Ilona Szamos, Ks. Elfriede Weidlich, der Altistin Grete Ackermann und von GMD Wilhelm Schüchter. - An dieser Stelle bedankt sich die Dortmunder Theatersammlung ausdrücklich bei Herrn René Gagnaux, der seit 2012 mit erfreulichen Ergebnissen bemüht ist, die Konzertaufnahmen Schüchter's behutsam zu restaurieren und damit einer interessierten Zuhörerschaft wieder zugänglich zu machen!
Die Dortmunder Theatersammlung ist ständig um Erweiterung des Bestandes bemüht sowie an Kontaktaufnahmen zu ehemaligen Ensemblemitgliedern oder deren Angehörigen besonders interessiert und bittet um entsprechende Meldungen.

Die Spielstätten des städtischen Musiktheaters in Dortmund

Stadttheater DO SM
Das von Prof. Martin Dülfer erbaute Stadt­thea­ter am Hiltrop­wall wurde am 17. Sep­tember 1904 mit Wagner's "Tann­häuser" ein­geweiht. Es galt als eines der schönsten Theater West­deutschlands. 1937 wurden die Innen­räume durch die Nazis puri­fiziert und ihres Jugend­stil­schmucks beraubt.
Im März und April 1943 fielen die ersten Bomben auf das Haus. Bei Groß­angriffen im Mai und Oktober 1944 wurde das Haus fast völlig zerstört.
Lindemannstr SM
Im Oktober 1945 wurde der Spiel­betrieb wieder auf­genommen. Man spielte in einem Wirts­haus­saal, in erhaltenen Kinos und auf Tourneen durch das heutige Nord­rhein-West­falen.

Als "Theater in der Lindemann­straße" wurde die Aula der Päda­go­gischen Hoch­schule am 17. Sep­tember 1947 mit Mozart's "Zauber­flöte" eröffnet.
Kleines Haus SM
Neben der gesicherten Ruine des "Dül­fer'schen Hauses" - zunächst glaubte man noch an einen Wieder­aufbau - entstand das "Kleine Haus am Hiltrop­wall" (heute Schau­spielhaus). Es wurde am 11. November 1950 mit Beethoven's "Fidelio" ein­geweiht. Die Inszenierung von Intendant Paul Walter Jacob blieb über 10 Jahre im Repertoire.
Grosse Haus an der Hansastrasse SM
Auf dem Eckgrundstück Hiltrop­wall / Hansa­straße (heute Platz der alten Syna­goge) erhielt Dort­mund wieder einen reprä­sen­tativen Theater­bau. Am 3. März 1966 eröf­fnete GMD Wilhelm Schüchter mit dem "Rosen­kavalier" von Richard Strauss das "Große Haus an der Hansa­straße". Heute prä­sentiert sich das Haus mit einigen innen- und außen­archi­tekto­nischen Um­gestal­tungen.
Renate Specht     Sopran  -  Zwischenfachsängerin
30.09.1903 Berlin-Schöneberg - 09.02.1982 Bad Liebenzell

"Ich erinnere mich trotz der lan­gen Zeit, die seit meinen Gast­spiel­abenden in der alten Dortmunder Oper ver­strichen ist, noch recht gut an die so sympa­thische Partnerin und die eindrucks­volle Künstlerin, die mit ihren eindrucks­vollen Stimm-Mitteln, ihrer Dar­stellungs­kraft und ihrer per­sönlichen Aus­strahlung der ganzen Atmo­sphäre des dama­ligen Dort­munder Opern­lebens ihren beson­deren Stempel auf­zu­drücken schien."
Prof. Ks. Hans Hotter an die Dortmunder Theatersammlung
Specht Salome Sieglinde 63C6FF SM
Renate Specht ver­lebte ihre Kinder- und Jugend­jahre in Weimar. Ihre musik­begeisterte Mutter begann schon früh mit dem Klavier­unter­richt. An der Musik­hoch­schule stu­dierte sie Cello bei Eduard Rosé* und Gesang bei Ks. Jenny Fleischer-Alt**. 1925 begann sie ihre Bühnen­laufbahn als Volon­tärin am National­theater Weimar. Dort sang sie 1926 bei den Sieg­fried-Wagner-Fest­spielen ihre erste große Partie, die Lene Fröhlich in "Der Bären­häuter", unter der Lei­tung des Kom­po­nisten. 1928/29 ging sie ins erste Fach­enga­gement an das Stadt­theater Würzburg (Debüt als Giulietta in "Hoffmanns Erzäh­lungen"), wo sie ihren späteren Ehe­mann, Kapell­meister Ewald Lengstorf*** kennen­lernte. 1929/30 kam sie an das Stadt­theater Hagen / Westfalen. Nach­dem sie dort 1931 einen über­regional be­achte­ten Er­folg als Madame Butterfly er­zielt hatte, er­hielt sie die Ein­ladung, für die erkrankte Jarmila Novotna diese Partie an der Kroll-Oper in Berlin zu singen. Die dortige, für die Zeit Auf­sehen er­regende Ins­zenie­rung von Hans Curjel (Aus­stattung: László Moholy-Nagy) ist in die Auf­führungs­geschichte dieser Oper ein­ge­gangen. 1931/32 wechselte Renate Specht an das Opern­haus Essen, wo ihr Gatte als General­musik­direktor wirkte. 1932/33 bis 1934/35 gehörte sie zum En­semble des Neuen Theaters in Leipzig. Nach Gast­spielen in Königs­berg (Sieg­linde), Stettin (Eva), Weimar (Aida, Tosca) und an der Staats­oper Stutt­gart (Aida) wurde sie von Dr. Georg Hart­mann an das Stadt­theater Dortmund engagiert. Ihre Antritts­partie war die Tosca an der Seite von Georges Bakla­noff als Scarpia. Aus ihrem Dort­munder Wirken ragen einige Partien ganz be­son­ders hervor: In der Erst­auf­führung war sie die "Ara­bella" von Strauss, in der Deutschen Erst­auf­führung die "Gloria" von Cilea. Unter der musi­ka­li­schen Lei­tung des Kom­ponisten war sie in der Erst­auf­führung die "Fran­cesca da Rimini" von Zan­donai, in der Ur­auf­führung der Oper "Wera" von Ernst Schiff­mann sang sie die Titel­partie. Be­deut­sam auch ein Lieder­abend mit Hans Pfitzner am Klavier und nicht zuletzt die letzte Neu­in­sze­nie­rung der "Salome" im Dül­fer'schen Haus. 1943/44 wech­selte Renate Specht noch einmal nach Essen, wo sie mit der Brünn­hilde in "Die Walküre" (unter GMD Gustav König) das hoch­dra­ma­tische Fach be­tre­ten wollte. Zur Auf­führung kam es nicht mehr, da das Opern­haus bei Bomben­an­griffen zer­stört wurde.
Gast­spiele führ­ten die Sän­ge­rin unter an­derem an die Staat­soper (Trou­badour-Leo­nore) und Volks­oper (Butter­fly) in Berlin, an das Staats­theater Braun­schweig (Aria­dne - Der junge Rudolf Schock sang seinen ersten Bacchus), an die Staats­oper Dresden (unter Robert Heger), nach Duis­burg (Aida), Düssel­dorf (Mar­scha­llin, Aida), an das Staats­theater Kassel (Senta unter Heger), nach Frank­furt/Main (Rosa­linde), Hann­over (Rosa­linde unter Kurt Eich­horn - Peter Anders sang den Alfred), an die Finni­sche National­oper in Hel­sinki (Carmen, Butter­fly), nach Köln (Tosca), Mei­ningen (Aga­the) und Trier (Figaro-Gräfin, Tosca).
Renate Specht gehört zu der Sänger-Gene­ra­tion, deren Lauf­bahn durch den 2. Welt­krieg emp­fin­dlich ge­stört oder sogar be­endet wurde. Nach Kriegs­ende konnte sie sich nicht zur Wieder­auf­nahme ihrer Lauf­bahn ent­schließen und ist nur noch in einem Opern­kon­zert des Bayeri­schen Rund­funks und 1947 als 1. Dame in der "Zauber­flöte" in Dort­mund auf­ge­treten. Sie wirkte als Pä­da­go­gin in Mün­chen, Starn­berg und am Dort­munder Kon­serva­torium und zog sich schließ­lich nach Bad Lieben­zell zu­rück.
Von den Bühnen­partien der Künstlerin, die auch als Kon­zert- und Lied­sängerin an­ge­sehen war, sind noch hervor zu heben: die Schick­sals-Leo­nora, Eli­sabeth (Don Carlos), Nedda im ita­lienischen Fach, die Rezia (Obe­ron), Marta (Tief­land) im deut­schen Fach, die Dora­bella im Mozart-Fach, Chris­tine (Inter­mezzo), Octa­vian im Strauss-Fach, Elsa, Tann­häuser-Eli­sa­beth im Wagner-Fach und die Tatjana (Eugen Onegin).
Die raren Ton­doku­mente der Sän­gerin exis­tieren leider nicht mehr (Teil­über­tragung "Gloria" aus Dort­mund durch den dama­ligen Reichs­sender Köln, Teil­über­tragung "Macht des Schick­sals" aus Essen durch den da­ma­li­gen Reichs­sender Frank­furt/M., Opern­konzert des Bayeri­schen Rund­funks).
RS Tosca Fidelio Carmen SM

Photographies et Texte: Copyright Dortmunder Theatersammlung, tous droits réservés
Stand: Februar 2014

*) Konzertmeister Eduard Rosé: 29.03.1859 Jassy/Rumänien - 24.01.1943 Ghetto Theresienstadt
**) Ks. Jenny Fleischer-Alt: 03.08.1863 Pressburg - 07.04.1942 Weimar (Freitod wenige Tage vor angekündigter Deportation)
***) GMD Ewald Lengstorf: 26.11.1901 Winterthur - 20.04.1948 Luzern